Neuwirt | Kitzbühel

Einigen Grazern wird der Küchenchef des heutigen Testessens in Kitzbühel wohl bekannt vorkommen. Nach Stationen in der Saziani Stub’n in Straden, dem San Pietro und als kulinarischer Leiter für die Grossauer Betriebe hat der gebürtige Steirer Jürgen Kleinhappl, seines Zeichen jüngster Haubenkoch Österreichs, 2017 seine Heimat verlassen und sich zu Kitzbühel und seiner Lebensgefährtin Sommelière Martina Feyrsinger bekannt.

Dort hat das Gastro- & Liebespaar 2017 das Restaurant Steuerberg eröffnet und zu einem der besten Wirtshäuser Tirols gemacht. Seit Anfang des Jahres gehen die Beiden nun neue Wege. Sie kehrten dem Steuerberg den Rücken und sind mit der gesamten Crew nach Kitzbühel City gezogen und haben das Restaurant Neuwirt im legendären Hotel “Schwarzer Adler” übernommen.

Na, dann schauen wir mal, was er so kredenzt, der Herr Küchenchef …

Ohlala, das Tatar “Neuwirt” (€ 16,-) aus Rind und Thunfisch kommt mit kleinen, aber feinen Tupfen von Avocadocreme und Senfmayonnaise. Der Eigengeschmack bleibt sowohl beim Rind als auch beim Fisch erhalten, harmonisch gewürzt und fein gehackt.

Eine ganz großartige vegetarische Alternative waren die marinierten bunten Tomaten mit geschmolzenem Ziegenkäse und Rucola (€ 15,-).

Der Star der Vorspeisen war definitiv das Saiblingstatar mit grünem Spargelsaft, Grapefruit und Limette (€ 16.-). Nicht nur optisch ein Hingucker, auch geschmacklich der Wahnsinn. 10 von 10 Punkten!

Heimatliche Grüße gab’s zum Hauptgang. Die Steiermark grüßt Kitzbühel mit einem gebackenen Landhendl mit Kartoffel-Krauthäuptelsalat und Kürbiskernöl (€ 19.- als Hauptgang) auf Bio Bergheu. Außergewöhnlich drapiert, fein im Geschmack. Frisch frittiert, aber nicht zu fettig und der Salat war einfach nur herrlich dazu.

Ein bisschen nobler ging’s am anderen Teller zu. Steak und gebackenes Bries vom Tiroler Milchkalb treffen auf Sommertrüffel-Gnocchi und Eierschwammerl (€ 30,-). Ja, so esse ich Bries auch – eine sehr stimmige und doch ausgefallene Kombination.

Der dritte Hauptgang war wieder von der rustikalen Seite: ein ofenfrischer Schweinsbraten mit Weinkraut und Semmelknödel (€ 17,-). Zum Glück kein mageres (und leider zumeist trockenes Karee) sondern richtig ehrlicher Schopf und Bauch! Wenn schon deftig, dann auch ordentlich! Mit einem g’scheiten Krusperl und einem Safterl – so wie’s sich gehört!

So oft komm ich ja nicht nach Kitzbühel, deswegen musste es auch beinahe die gesamte Speisekarte sein 😊 … Deswegen freuten wir uns wahnsinnig auf die Creme brûlée von der Bourbon Vanille (€ 9,-). Ganz fein mit der knusprigen Hippe und ein paar Beeren, oben knackig unten cremig und weich! So muss es sein!

Die Variation vom Bauerntopfen mit Rhabarber (€ 11,-) ist quasi ein Dessert-Burger 😊 … Schichten aus Parfait, Eis und Mousse treffen auf frische Früchte und Crunch. Nicht zu süß, aber herrlich erfrischend.

Fazit

Schade!! Schade, dass Jürgen Kleinhappl die Steiermark verlassen hat! Uns hat das Bodenständige, gepaart mit seinen innovativen Ideen gefallen. Nix mit Schäumchen da und Tüpfchen dort – ehrliche, gehaltvolle, aber durchaus auch kreative Speisen. Passt auch gut in das ehrwürdige Ambiente des Neuwirt (gibt’s immerhin schon seit über 170 Jahren). Wir schauen bei unserem nächsten Besuch sehr gerne wieder vorbei!

 

Eckdaten
Adresse Neuwirt Kitzbühel
Florianigasse 15
6370 Kitzbühel
Website www.neuwirtkitz.com
Telefon +43 5356 691158

 

Öffnungszeiten
Montag 11:00 – 00:00
Dienstag geschlossen
Mittwoch geschlossen
Donnerstag 11:00 – 00:00
Freitag 11:00 – 00:00
Samstag 11:00 – 00:00
Sonntag 11:00 – 00:00

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