Martin Auer im Schillerhof |Graz

An dieser Stelle möchte ich mit einer Traueranzeige beginnen: Wer erwartet, vom ursprünglichen Schillerhof-Flair sei noch etwas erhalten, den muss ich leider enttäuschen. Nichts mehr übrig von den verruchten, verrauchten und dunklen Räumlichkeiten unserer jugendlichen Nächte. Ja, ja – wenn die Wände dort sprechen könnten … wobei ich mir nicht sicher bin, ob alle Wände von damals noch stehen … wie auch immer, heute gibt’s ein Testfrühstück im neuen Schillerhof!

Wenngleich dieser nicht viel mit dem Ursprünglichen gemein hat, finde ich ihn doch ganz gut gelungen. Was aber geblieben ist, ist der herrliche – und das ist speziell in den Sommermonaten zu erwähnen – kühle und schattige Gastgarten. Wir starteten unser Frühstück bei sommerlichen Temperaturen von 27°C und fanden’s unter den Bäumen trotzdem äußerst angenehm.

Wegen der bereits erwähnten Hitze, gab’s auch lieber cooles Holunder-Zitronen-Soda und Homemade classic Iced Tea, die sich auch nach durchaus flotten 6:44 Minuten auf unserem Tisch befanden.

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Erste Runde

Für einen busy Sonntag recht geschwinde, gab’s nach insgesamt 18 Minuten unsere ersehnten Frühstückskombis.

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Perfect Match (€ 5,40) nennt sich hier zweierlei getoastetes Schwarzbrot mit cremiger Avocado. Gut abgeschmeckt mit Salz, Pfeffer und etwas Limette – wer es ganz lustig ähm sauer mag, darf sich die Deko-Limetten noch drauf-träufeln …

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Den klingenden Namen Verona (€ 8,60) trägt das – eh klar, Italienische Frühstück. Prosciutto, Salami mit dekorativen Tomaten-Mozzarella-Oliven Spießen und Butter. Dazu gibt’s laut Speisekarte “unser perfektes Baguette” – und ich muss sagen, da hat er nicht übertrieben, der Martin Auer. Das italienische Ensemble war keine wirkliche kulinarische Herausforderung, aber das Baguette sucht wohl seinesgleichen.

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Das Bäckerfrühstück (€ 4,20) offeriert ein ofenfrisches Semmerl und ein knackiges Croissant nebst Butter, Marmelade und Honig. Da kann man doch wirklich nichts falsch machen. Beim weichen Ei (€ 1,80) sieht es da schon anders aus. Anderswo gar nicht erhältlich oder aber hart gekocht, war dieses perfekt auf den Punkt.

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Zweite Runde

Und weil es hier im Gastgarten so schön war und außerdem Wochenende war, gönnten wir uns noch eine zweite Runde. Diesmal etwas üppiger mit Ham & Eggs (€ 5,80) von zwei Bio Eiern mit ofenfrischer Semmel – löblicherweise bereits durchgeschnitten – weil, wie in der Speisekarte angepriesen mit Butter serviert. Die Butter fand zwar den Weg an unseren Tisch nicht, aber was soll’s … geschmeckt hat’s trotzdem.

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Die Sache mit der Focaccia

Und dann war da die Sache mit der Focaccia (€ 2,90). Dazu muss ich etwas ausholen und vom ersten Versuch eines Testessens vor einigen Tagen berichten. Hungrig und motiviert machten wir uns auf, um die hochgelobte, ofenfrische Focaccia – frisch gebacken im eigenen Ofen – zu testen. Tja Pech gehabt, wir ergatterten damals nur mehr ein mehr oder weniger verschrumpeltes Exemplar, das schon aufgrund der Optik kein besonders ansehnliches Foto-Objekt darstellte – und die Beschreibung trocken, unaufregend und unspektakulär hätten sich wohl auch nicht gut gemacht.

Deshalb wagten wir heute einen neuen Versuch. Und schließlich sahen wir den Focaccia Bäcker auch fleißig an seinem Ofen herumwerkeln.

Aber leider auch diesmal nicht der Burner. Zwar einen Ticken besser, als das letzte Mal, aber ich denke wir sind durch mit dem Thema.

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ABER – als wir dann doch einen genaueren Blick zum Ofen warfen, sahen wir auch ansehnliche Stücke dort liegen. Tipp: Die Focaccia selber aussuchen!

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Dritte Runde

Und weil es selbst nach zwei Stunden noch immer so schön im Gastgarten war, entschieden wir, noch einen Kuchen aus der Vitrine und eine Kaffee zu genießen. Eine Ribisel-Baiser-Schnitte (€ 3,20) und ein Cappuccino groß (€ 3,60) waren das letzte Ziel unserer Begierde.

Da kommen Kindheitserinnerungen hoch. Die Schnitte war fluffig, ausgiebig und nicht zu süß. Ein gelungener Abschluss!

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Fazit

Backen kann er wirklich der Martin. Die Sache mit der Focaccia – naja. Freunde werden wir keine mehr. Aber das restliche Frühstück war wirklich fein. Reservierung ist am Wochenende nicht möglich, deshalb kann es zu Stoßzeiten wohl zu kleineren Wartezeiten kommen – aber der lauschige Gastgarten und das frische Gebäck sind es wert.

Eckdaten Öffnungszeiten
Adresse Martin Auer im Schillerhof Montag 06:00 – 21:00
Plüddemanngasse 2 Dienstag 06:00 – 21:00
8010 Graz Mittwoch 06:00 – 21:00
Webseite www.martinauer.at Donnerstag 06:00 – 21:00
Mittagsmenü Nein Freitag 06:00 – 21:00
Telefon +43 316 804065 Samstag 06:30 – 21:00
Preisniveau Mittleres Preisniveau Sonntag 07:00 – 19:00