Zur Hube | Gleinstätten

Abseits der beliebten südsteirischen Weinstraße, an der Grenze zur Weststeiermark befindet sich ein über 350 Jahre altes Presshaus. Soweit nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich hingegen ist das Erlebnis, auf das man sich hier freuen darf.

Gingi Peez-Petz hat sich 2003, gleich nach ihrer Pensionierung, den Traum vom eigenen Restaurant erfüllt. Und ein Traum ist es auch, was man hier geboten bekommt. Die akademische Malerin, die sich das Kochen selbst beigebracht hat, darf sich seit 2004 mit diversen Gault Millau Häubchen und Falstaff Gabeln dekorieren. (2016: 2 Hauben mit 15 Punkten bei Gault Millau und 3 Gabeln mit 90 Punkten bei Falstaff)

Obwohl, dies scheint ihr nicht das Wichtigste zu sein! Wichtig sind ihre Gäste. Maximal 20 an der Zahl und auch nur an ausgewählten Tagen. Eine telefonische Reservierung ist ein Muss, denn ohne könnte man vor verschlossenen Türen oder mindestens genauso schlimm, vor leeren Töpfen und Tellern stehen.

Speisekarte? Gibt’s hier nicht! Weinkarte? Geht doch selbst in den Weinkeller! Extrawünsche? Bedingt! Die Hausherrin fragt kurz nach Abneigungen, den Rest entscheidet die Köchin selbst. In unserem Fall wurde nach der gewünschten Anzahl der Gänge gefragt und nach dem Wunsch des kleinen Testessers.

Ein bisschen wie Urlaub

Als Aperitif gab’s eine Flasche Prosecco. Die Chefin des Hauses meinte, dass wir das zu Viert sowieso schaffen. Taten wir auch – auf der herrlichen Westterrasse mit frühsommerlichen Temperaturen. Wir fühlten uns ein bisschen wie im Urlaub – in Istrien, denn daher kam der wilde Spargel im Gruß aus der Küche. Gefülltes Ei mit Blauschimmelkäse, Speck, wildem Spargel und essbaren Blüten. Dazu servierte sie verschiedenes selbst gebackenes Brot mit Grammeln, Nüssen und Ingwer und einen Eiaufstrich.

Slow Food

Die Hube ist für Slow Food ausgezeichnet und wirklich schnell geht hier nichts – und das muss es auch nicht. Ansonsten hätte man viel zu wenig Zeit, die herrliche Umgebung zu genießen. Dass die gebürtige Slowenin aber nicht trödelte, konnten wir von Terrasse durch die Panoramascheibe beobachten. Eine Schauküche sozusagen 🙂

Beim nächsten Gang überraschte uns die Wirtin mit Tomaten- und einer Art Zitronensuppe mit Garnele. Herrlich erfrischend, auch bei Temperaturen jenseits der 25°C Grad Marke.

Dann gab’s endlich für Klein-Testesser das ersehnte Schnitzerl mit Kartoffelstroh und warmem (!) Röhrlsalat mit Kartoffeln und Böhnchen.

In der Zwischenzeit ging es für uns in den Weinkeller, von dem wir mit einer Flasche Sauvignon blanc von Kodolitsch zurückkehrten. Dieser harmonierte perfekt zum nächsten Gang, den die Power-Köchin kurzfristig einschob. Wir hätten es auch wirklich bereut, das feine Vitello tonnato nicht getestet zu haben!

Es folgten himmlische, hausgemachte Gnocchi mit wildem Spargel aus Istrien, Speck und Parmesan.

Dann war Schluss

Leider war dann auch schon Schluss, zumindest mit dem Platz im Magen. Aber wir haben die Rechnung ohne die 77-jährige Wirtin gemacht, die kredenzte uns nämlich einen riesigen Pott voll Milchrahmstrudel-Auflauf (frisch aus dem Ofen) mit Tarte Tatin und dunklem Schokomousse. Zum Hineinsetzen!!

Junior wollte angesichts der Temperaturen lieber ein Eis – bekam er auch. Und was für eines! Hausgemachtes Haselnuss- und Meloneneis.

Und weil es in den Sausaler Weinbergen so nett war, entschieden wir, noch ein Weilchen zu bleiben. Damit wir nicht im Trockenen sitzen mussten, gab‘s noch ein Fläschchen Sauvignon und zu späterer Stunde noch ein Schnitzerl für den Junior und Prosciutto und Trüffelsalami mit selbstgebackenem Brot für die Großen.

Hier vergisst man völlig die Zeit. Wir hatten nicht das Gefühl in einem Restaurant zu sein, viel mehr fühlten wir uns bei Freunden im Urlaub. Wir kommen wieder und hoffen, dass uns Gingi Peez-Petz dann wieder ihre Küche öffnet!

Eckdaten
Adresse Zur Hube Öffnungszeiten nach Vereinbarung
Sausal 51 Telefon +43 664 2211242
8443 Pistorf/Gleinstätten
Webseite www.zurhube.at
 Preisniveau Preisniveau_mittelbishoch

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